Nanette Snoep studierte kulturelle Anthropologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris und ist seit 2019 Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln, wo sie diversitätssensible und machtkritische Dekolonisierungsprozessen entwickelt und umsetzt.

„RESIST! Die Kunst des Widerstands2 (1.4.2021-9.1.2022) war die erste große Sonderausstellung, die sie in Köln initiierte. Diese kollektive und polyphone Ausstellung thematisierte 500 Jahre antikolonialen Widerstand im globalen Süden. Von 2015 bis 2018 war Nanette Snoep Direktorin der ethnologischen Museen in Leipzig, Dresden und Herrnhut. In Dresden kuratierte sie mit „Prolog #1-10. Geschichten von Menschen, Dingen und Orten“ (12/2016-03/2018), eine experimentelle evolutive Ausstellung in zehn Etappen, die das ethnologische Museum und sein koloniales Erbe in einem fortlaufenden Prozess erforschte. Das kuratorische Konzept von „Prolog #1-10“ wurde im April 2018 im „Grassi Museum für Völkerkunde“ in Leipzig unter dem Namen „Werkstatt Prolog“ fortgesetzt. Für Leipzig initiierte Nanette Snoep auch die Ausstellungsreihe „GRASSI invites“, für die sie externe Kurator*innen, Künstler*innen, Theatermacher*innen, Geflohene, Communities und Studierende einlud, neue Perspektiven auf die Sammlung und die Dauerausstellung des Museums zu entwickeln. „Megalopolis – Stimmen aus Kinshasa“ (2018) war die letzte große Ausstellung, die sie in Sachsen verantwortete. Dafür hatte sie einem Künstlerkollektiv aus Kinshasa (DRC) freie Hand für eine autonome Umsetzung der Ausstellung gegeben. 

Foto: Francis Oghuma

Vor ihrer Berufung nach Deutschland im Jahr 2015 war Nanette Snoep 17 Jahre lang am Pariser „Musée du quai Branly“ als Leiterin der „Historischen Sammlung“ tätig. In Frankreich kuratierte sie viele große Ausstellungen darunter „1931: Les étrangers au temps de l’Exposition coloniale“ (Musée national de l’Histoire de l’Immigration, Paris, 2008), „Vodou: L’Art de Voir l’Invisible“ (Musée du Vodou, Straßburg, 2013) und für das Musée du quai Branly „Recettes des Dieux: L’Invention du Fétiche“ (2009), „Exhibitions: L’Invention du Sauvage” (2011) sowie „Les Maîtres du Désordre“ (2012). 2012 wurde in der Kunsthalle Bonn ihre Ausstellung „Narren. Künstler. Heilige. Lob der Torheit“ und 2013 „Los Maestros del Caos“ in der Fundacio La Caixa in Madrid gezeigt.

Zwischen 2004 und 2014 lehrte Nanette Snoep zudem Afrikanische Kunstgeschichte an der École du Louvre in Paris und an der Université Paris Nanterre.

Autorin: Nanette Snoep

Foto: Francis Oghuma