Autobiografische Notizen

Renate Möhrmann ist aufgewachsen in der schönen Hansestadt Hamburg, wo sie bis zu ihrer Übersiedlung in die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer Familie (Ehemann und zwei Kinder) lebte. Ihr Vater war Schriftsteller und ihre Mutter seine ständige Mitarbeiterin.

Renate Möhrmann
© Renate Möhrmann

Renate Möhrmann studierte Germanistik, Romanistik und vergleichende Literaturwissenschaften. Als sie während ihrer Schwangerschaft ihren Professor um ein Referatsthema bat, um zu Hause arbeiten zu können, lautete seine strenge knappe Antwort: „Werdende Mütter gehören nicht in den Hörsaal, sondern ins Haus.“ Ihr Studium konnte sie erst in New York wieder aufnehmen, wohin ihr Ehemann versetzt worden war. Dort lebte sie in den nächsten zehn Jahren und erwarb dort auch ihren Doktortitel.

Nach ihrer Rückkehr aus den USA lebten sie und ihr Mann in Paris. Eine Rückkehr nach Deutschland wurde notwendig, weil sie die steilen langen Metro-Treppen nicht mehr bewältigen konnte.

Renate Möhrmann hat zeit ihres Lebens gegen die Diskriminierung der Frauen gekämpft – an den Hochschulen, an denen sie studierte und lehrte, und auch in der Politik, in der sie für fünf Jahre im Landtag in Düsseldorf…“ tätig war.

Andrea Lieblang (1)

Biografische Ergänzungen

Renate Möhrmann wurde als kleines Kind liebevoll von ihrem Vater, einem Schriftsteller, gefördert, verlor ihn allerdings mit fünf Jahren. Er war 1939 als Soldat eingezogen worden und galt fortan als vermisst.

Nach dem Abitur 1954 begann sie in Hamburg mit dem Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie und Medienwissenschaften, gefolgt von einem Studienjahr in Lyon. Sie heiratete und bekam zwei Kindern, was mit einer Zwangspause (siehe autobiografische Notizen) im Studium verbunden war. Erst nach Übersiedlung der Familie in die USA konnte sie 1969, unterstützt von ihrem Ehemann, in New York ihr Studium wieder aufnehmen und beendete es 1972 mit ihrer Promotion.

Renate Möhrmann
© Renate Möhrmann

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie als Akademische Oberrätin an der Universität Duisburg tätig. 1977 habilitierte sie sich zum Thema: „Die andere Frau. Emanzipationsansätze deutscher Schriftstellerinnen im Vorfeld der Achtundvierziger-Revolution“, obwohl es große Widerstände gegen das Thema gab. Denn dies war die erste feministische Habilitationsschrift an einer bundesrepublikanischen Universität. Möhrmann wurde als Professorin für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an die Universität Köln berufen, wo sie bis zu ihrer Emeritierung 1999 lehrte. Die Auseinandersetzung mit der Rolle – und Diskriminierung – von Frauen in Gesellschaft und Medien war ein Schwerpunktthema ihrer Forschung und Lehre.  

Gastprofessuren führten sie nach Toronto (Kanada), Mexiko-Stadt, Austin/Texas und Middlebury/Vermont. In Toronto wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem renommierten kanadischen Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Von 1990 bis 1995 zog sie als Quereinsteigerin für die CDU in den Landtag NRW ein und übernahm Führungsfunktionen in der Partei, der sie erst ein Jahr zuvor auf Initiative von Norbert Blüm beigetreten war. Während dieser Zeit ließ sie ihren Lehrauftrag ruhen. Sie vertrat in dieser Zeit den Landtag NRW im Rundfunkrat des WDR, in der mediagroup WDR sowie der Bavaria Film GmbH.

Danach begann sie zunehmend zu publizieren, nicht nur wissenschaftliche Abhandlungen zu gesellschaftlichen Frauenbildern, sondern auch Romane, in denen sie Einzelschicksale von Frauen behandelte (s.Liste).

Renate Möhrmann lebt seit ihrer Emeritierung in Berlin.

Autorin: Maria Beckermann

Auswahl einiger Werke